Es ist elementar! Das Holzelement

Dynamisch und Dominant

Ein vor Kraft strotzender Hengst schreitet zum Starttor. Er platzt fast vor Energie, sein Reiter hat Mühe, ihn zurückzuhalten und seine Energie fürs Rennen zu bewahren. Das Bedürfnis des Pferdes, sich zu bewegen, ist offensichtlich; es sieht aus wie eine gespannte Feder, bereit loszuschnellen. Das Pferd ist sich der Gegner neben sich bewusst und drückt ungeduldig gegen das Tor, kann kaum darauf warten vor den anderen auf die Bahn zu explodieren. Die Glocke läutet, das Tor springt auf und die Pferde donnern über die Bahn, der Hengst an der Spitze. Er freut sich über die Geschwindigkeit und sieht entschlossen aus, die Position zu halten. Dies beschreibt den Archetypus des Holzelementes. Das heisst, das Holzelement ist in diesem Pferd stark vertreten. Haben Sie einmal Ihr Tier als zum Holzelement gehörend identifiziert, können Sie es mit einfachen Lifestyle Massnahmen unterstützen, um dieses Element optimal im Gleichgewicht zu halten. Schauen wir einmal, wie das Holztier aussieht.

Das Holztier ist normalerweise hoch in der Rangordnung in der Herde oder dem Rudel und ist oft das Leittier wenn sie auf die Weide gehen. Es braucht Bewegung zum Leben und wird übellaunig, ungeduldig und gereizt wenn es eingesperrt wird oder wenn man ihm sagt, was es zu tun hat. Seine Stärken sind ein dynamischer Athletismus und eine grosse Führungskapazität. Werden diese Stärken in Bewegung, rigoroses Training oder Wettbewerbe kanalisiert, dann strotzt das Tier vor Vitalität. Es hat normalerweise auch in Krisensituationen einen kühlen Kopf, obwohl viele Holztiere schreckhaft sein können im Wald, da sie immer wach und aufmerksam sind.  Holzpferde sind grossartige Partner in harten Sportarten wie Rennen, Military oder Distanzreiten. Holzhunde sind gleich aktiv und wettbewerbsfreudig und lieben Aktivitäten wie Rennen.

Zum friedfertigen Kämpfer werden

Holztiere sind das Sinnbild für den Spruch: „Wenn du kämpfen musst, hast du schon verloren“. Unter Druck werden sie eher kämpfen als panisch zu fliehen. Sie testen ihre Bezugspersonen – täglich oder sogar stündlich (!) um zu sehen, wer der Herr ist. Sie erfordern klare Grenzen und strenge Führung sollen sie die menschliche Autorität respektieren. Unbeständige Regeln untergraben den Respekt des Tieres für seinen Besitzer und führen zu Machtkämpfen. Aber verwechslen sie „strenge Führung“ nicht mit Tyrannei. Diese Tiere werden sich nicht vor einem Kampf fürchten und können gefährlich aggressiv werden, wenn man sie grob anfasst.

Was viele Betreuer von Holztieren nicht realisieren ist, dass Tiere im Holzelement sie nicht testen, weil sie gerne streiten. Sie wollen einfach wissen, ob der Mensch jetzt wirklich der Boss sein wird oder nicht. Ist der Mensch kein guter Boss, wird das Pferd die Lücke füllen und selber die Führung übernehmen. Um den Respekt des Holzpferdes als Führer zu verdienen, müssen Sie klar, beständig, streng und vorallem präsent sein. Haben Sie eine stabile, konsequente Hierarchie etabliert, wird das Holztier vor Erleichterung aufatmen. Ihr Holztier wird Sie nach wie vor regelmässig testen um sicher zu sein, dass Sie weiterhin führen werden, aber es wird ein treuer „Nachfolger“ werden – ein friedlicher Kämpfer – statt eines skeptischen (und aggressiven) Unterhundes. Bleiben Sie stetig konsequent und klar und es wird einfacher werden.

Schneller Lerner


Ein Tier im Holzelement zu trainieren ist einfach, wenn die Rangfolge mit klaren Grenzen etabliert ist. Das Holztier ist ein eifriger Schüler. Es lernt schnell, vermeiden Sie also Wiederholungen – sein ungeduldiges Naturell wird durch langsame, methodische Lektionspläne frustriert. Behalten Sie die Lektion interessant, abwechslungsreich und führen Sie ab und zu einen wettkampfmässigen Aspekt ein damit der Fortschritt gewährleistet ist.

Damit die Trainingslektion erfolgreich ist, denken Sie auch daran, dass das Holzpferd sich vielleicht noch „ausbocken“ muss (oder der Holzhund sich zuerst „ausrennen“) bevor Sie mit der Stunde beginnen. Diesem sehr realen Bedürfnis, sich zu bewegen, Raum zu geben, wird die folgenden Lektionen für beide viel vergnüglicher machen und Sie davor bewahren, den Tag mit einem Streit zu beginnen. Sie werden ein klardenkendes, williges, aufmerksames Tier in den Händen haben an Stelle einer tickenden Bombe. Und, weil das Holzpferd so ungeduldig auf Bewegung drängt, beschränken Sie das Putzen vor dem Reiten auf das Notwendigste. Sparen Sie sich längere Putzarbeiten oder Gesundheitsvorsorge auf nachher auf, wenn das Pferd sich dank eines guten „Workouts“ wohl fühlt. Nach der Bewegung ist auch ein grossartiger Zeitpunkt um bei Holztieren Massage, Stretching und Akupressur anzuwenden.

Unterstützung eines Athleten

Auf der physischen Ebene ist das grösste Bedürfnis eines Holztieres viel, viel Bewegung, um gesund zu bleiben. Für Pferde heisst das auch Weidegang. Viele Turnierpferde werden in kleinen Boxen gehalten und das hat einen starken negativen Einfluss auf das Holzpferd. Sollte es nicht möglich sein, für regelmässigen Auslauf zu sorgen, vorallem wenn es tagelang regnet, sorgen Sie dafür, dass ihr Pferd häufige Möglichkeiten hat, sich frei und ohne Reiter zu bewegen – in einer Reithalle oder einem Roundpen zum Beispiel. Bei Hunden heisst das viele, viele Spaziergänge (oder rennen lassen) im Wald oder Park. Verkürzen Sie möglichst nicht die Zeit im Freien wenn es irgendwie geht, vorallem nicht länger als einen Tag, Sie bezahlen es sonst mit einem überaktiven und ungeduldigen Hund.

Dieses Tier ist oft besonders athletisch begabt, aber es gibt Schwächen, die unterstützt sein müssen. Es hat oft Muskelverspannungen im ganzen Körper, Sehnenprobleme, Augenprobleme oder schlechte Hufqualität bei Pferden, schlechte Nägel bei Hunden. Es wird sehr empfohlen, das Holzelement im Gleichgewicht zu behalten, da Holztiere nicht sehr gute Patienten sind. Ihre Ungeduld mit physischem Diskomfort und das Eingesperrtsein kann die tägliche Verabreichung von Augentropfen oder die zweimonatige Boxenruhe nach einer Sehnenverletzung zu einem unbequemen Unterfangen machen. Holztiere haben oft auch Kopfverletzungen. Oft leiden auch die Hufe an schlechtem Wachstum, haben Sprünge und Risse oder andere Probleme, die speziellen Beschlag erfordern. Sie sind oft sehr schwierige Kandidaten fürs Barfusslaufen – Extramassnahmen wie Nahrungsmittelzusätze, Kräuter, Akupressur und mehr sind oft nötig, um ein Barfussgehen zu ermöglichen. Holzhunde haben oft Probleme mit den Nägeln die spezielle Pflege brauchen. Ist ihr Holztier im Wettkampf tätig, vergewissern Sie sich, dass es alles erhält, was es zu einer guten Leistung auf seinem Niveau braucht – Massage, Chiropraktik, Akupunktur, Nahrungsergänzungen und Kräuter sind nur ein paar Dinge, um das Holztier zu unterstützen, wenn es seine Körperkraft bis an die Grenze einsetzen soll.

Die gewissen Tage?

Holzweibchen haben alle die Qulitäten und Probleme wie oben beschrieben, und vielleicht noch ein paar eigene dazu, vorallem bei Rosse und Läufigkeit. Während diesen Zeiten können sie sehr kompliziertes Verhalten zeigen. Entweder dies oder sie zeigen ein umgekehrtes Muster – die „Tage“ sind vielleicht die einzige Zeit während des Zyklus wo sie freundlich und einfach zu halten sind. In beiden Fällen braucht das dominante und schwierige Weibchen Hilfe, um stabil zu bleiben. Hormontherapie kann helfen, um Symptome des Benehmens zu verändern, aber sie wird die Ursache des Themas nicht beheben –  ein überaktives Holzelement. Im Gegenteil, statt das Problem zu heilen, können Hormontherapien sogar das Kernungleichgewicht in einem Holzpferd verstärken und verschlimmern. Ein Akupresseur oder Akupunkteur kann ein Programm zusammenstellen bestehend aus Kräutern und/oder Akupunktbehandlungen, um das Ungleichgewicht im Holzelement auszugleichen und Ihr Tier am Lächeln zu erhalten, statt dass es knurrt (Hund) oder die Ohren anlegt (Pferd).

Der alternde Athlet

Auch wenn Sie Ihren alten Kämpfer pensioniert haben, denken Sie daran, dass auch ein alterndes Holztier Unterstützung braucht, um gesund zu bleiben. Es wird nicht so lebhaft sein wie als zweijähriges Tier aber es wird vielleicht etwas einfacher im Umgang sein. Und doch, Holztiere neigen dazu, grantige alte Onkel und Tanten zu werden und könnten gut noch zusätzliche Akupressur oder Akupunktur brauchen, um würdevoll zu altern. Es bleiben auch die physischen Verletzlichkeiten des Elementes Holz, und es gilt, diesen „Schwachstellen“ des Körpers Aufmerksamkeit zu schenken. Beachten Sie auch, dass die Pensionierung diesen Tieren schwer fällt. Sie rebellieren oft gegen die Einschränkungen des alternden Köpers da der Geist immer noch zu allem bereit ist. Beschäftigen Sie das Tier mit leichter Arbeit damit es sich gebraucht und nützlich fühlt – dieses Tier hasst die Langeweile. Und denken Sie daran, Weidegang für Pferde und lange Spaziergänge für Hunde sind wahrscheinlich die wichtigste Gesundheitsvorsorge, die Sie bieten können.

Haben Sie das Gefühl, Sie hätten ein Holztier? Unterstützen Sie das Holz Element mit folgenden Tipps damit dieses Tier glücklich bleibt.


Das Holzelement auf einen Blick


Die Fünf Elemente Theorie unterteilt Körperfunktionen, emotionale Eigenschaften und andere Aspekte von Gesundheit und Wohlgefühl in fünf Kategorien oder „Elemente“. Diese Unterscheidungen helfen einem Praktiker bei der Entscheidung, welches Element Heilung und Unterstützung braucht. Unten angeführt sind die Qualitäten des Holzelementes.  Ein Pferd zum Beispiel, das bekannt ist für ungeduldige Aggressivität, vorallem im Frühling, und zudem unter einer Sehnenverletzung und einer Augenentzündung leidet, könnte ein Holzpferd sein. Dieses Pferd profitiert von Kräutern, Akupressur und einer Lifestyle-Veränderung welche das Holzelement ausbalancieren.

Emotionale Eigenschaften des Holztieres

Emotionale Stärken:  Führernatur, Klarheit unter Druck, strategische Entscheidungen

Gestresst durch: Eingesperrtsein, überhebliche Führung, schwache Führung, widersprüchliche Regeln und Grenzen, repetitive Arbeit, Mangel an physischen Herausforderungen, Sentimentalität, langsame Tätigkeiten, Pensionierung

Ausgeglichen durch:
Feste,verlässliche Grenzen; klare, kompetente Führung; fordernde physische Arbeit; abwechslungsreiche Arbeit; sanfte Freundlichkeit

Verletzlich durch: Überarbeiten; zuerst kämpfen und nachher fragen; zu stark fordern; überarbeiten, vorallem in Wettbewerben

Reagiert auf Stress mit: Aggression, Ungeduld, Frustration, Wut, scharren, schlagen, beissen, angelegten Ohren, Austesten des Betreuers, Gewaltanwendung, Explosion

Lernstil: Profitiert von: Herausforderungen, Wettbewerb, viel Bewegung und/oder schnelle Arbeit; Variationen in der Lektion

Erfolgstipps:
Sei immer PRÄSENT und führe dieses Pferd zu allen Zeiten fest und liebevoll


Physische Eigenschaften des Holztieres


Lieblingssport: Pferde: Rennen, Springen, Barrel Racing, Distanzreiten, alles körperlich Anstrengende und Herausfordernde.  Hunde: Rennen, Agility, alle athletischen Wettbewerbe

Häufige Probleme:
Verletzungen von Sehnen und Bändern, schmerzende und steife Muskeln, Huf/Zehennagel-Themen, Augenprobleme, Verspannungen in Hals und Genick, Hüft- oder Sprungelenkschmerzen, Probleme auf der rechten Seite, zyklisch abhängige Aggressivität bei Stuten/Weibchen, Schwächen im Frühling, “hengstiges“ Benehmen  – sogar bei kastrierten Tieren

Gesundheitstipps:
Regelmässige Massage gegen verspannte Muskeln; Stretching für Sehnen und Muskeln; korrektes “warm up” und “cool down”; soviel Weidegang wie möglich; ausgezeichnete Hufpflege bei Pferden; im Frühling Entgiftungsprogramm; Kräuter, Akupressur und Akupunktur um Energie im Gleichgewicht und am Fliessen zu erhalten; Massage und Akupressur nach der Arbeit – nicht vorher.

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